Pater Călin


Ich war nicht immer Orthodoxer Priester – in der Ceaucescu-Zeit war ich für ein Jahr, sieben Monate und 4 Tage bei der Securitate, der Geheimen Militärpolizei. Dort lernte ich zu kämpfen. In der Nacht war es unsere Aufgabe, Betrunkene auf den Straßen einzusammeln. Damals habe ich viele Menschen verprügelt – heute bringt mich das zum Weinen. 1990, unmittelbar nach der Wende, bin ich Priester geworden. Damit halte ich eine alte Familientradition hoch, denn auch mein Großvater und mein Urgroßvater waren Orthodoxe Priester. Seit 1995 bin ich Pfarrer von Hosman. Für das Sozialprojekt Elijah kann ich Gott nur danken: Da spürt man so viel guten Willen, sowohl bei den Unterstützern, als auch bei denen, die vor Ort umsetzen. Das macht Elijah auch im Vergleich zum Staat so besonders: Hier ist guter Wille – und dort nur viele Worte. Ich bin Elijah mit dem Herzen verbunden, weil ich spüre, wie hier ein Mensch den anderen liebt – das lässt mich nicht mehr los. Ebenso sind Pater Georg Sporschill und ich in einer großen katholisch-orthodoxen Freundschaft miteinander verbunden – für mich ein Beweis, dass es nur einen Gott gibt.