Lernen



Zugang zu Bildung ist das wirksamste Mittel der Armutsbekämpfung. Indem wir Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch ermöglichen, legen wir den Grundstein für ein gutes Leben und können die Zukunft der Roma-Familien nachhaltig beeinflussen. Traditionell ist die Wertschätzung der Schulbildung in der Gemeinschaft gering, auf die Arbeitskraft ihrer Kinder können die Eltern nur schwer verzichten. Da die meisten Eltern Analphabeten sind, können sie mit den Kindern nicht lernen. Auch nach mehrjährigen Schulbesuch können viele nicht lesen, schreiben und rechnen. Mädchen werden häufig früh verheiratet, um sie aus dem Haus zu haben. Wir zeigen ihnen den Weg aus der Abhängigkeit – manchen fehlt es an einem Paar Schuhe oder einem Wecker, andere muss man jeden Morgen abholen.

Wir arbeiten eng mit den Lehrern und Schuldirektoren in den Dörfern zusammen. Das ermöglicht eine gezielte Förderung möglicher Lernschwächen. Die tägliche Aufgabenbetreuung durch unsere Pädagogen in den Sozialzentren ist für den Schulerfolg wichtig, die Kinder brauchen aufmerksame Begleitung und Lernroutinen. Eine Ausbildung der Jugendlichen über den Pflichtschulabschluss hinaus ist den Familien ohne unsere Hilfe finanziell und organisatorisch nicht möglich. Wir fördern begabte Roma, die eine höhere Schule besuchen möchten.

Der übertritt in ein Gymnasium, eine Berufsschule oder Universität bleibt vielen verwehrt. Auch aus finanziellen Gründen. Hier wollen wir mit unserem neuen Angebot helfen. Im September hat das Schülerwohnheim in Sibiu eröffnet, das ehrgeizigen Jugendlichen aus den Dörfern ein Zuhause unweit ihrer Ausbildungsstätte bietet.