P. Georg Sporschill mit Viktor-Frankl-Ehrenpreis ausgezeichnet

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Ehrung für Engagement für Roma und Sinti am Balkan.

Der Vorarlberger Jesuitenpater Georg Sporschill ist am Montagabend, 28. November 2016 mit dem Viktor-Frankl-Ehrenpreis für sinnorientierte humanistische Psychotherapie ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde ihm im Rahmen einer “Wiener Vorlesung” im Wiener Radiokulturhaus verliehen.

P. Georg Sporschill, wegen seines langjährigen sozialen Engagements in Balkanländern als “Engel der Straßenkinder” tituliert, baute seit 1991 in Rumänien ein Werk für Straßenkinder auf. 2012 gründete er gemeinsam mit Ruth Zenkert den Verein Elijah in Siebenbürgen/Rumänien, der sich um Kinder und Jugendliche aus Roma-Familien kümmert. “Die Begegnung mit der Not setzt mich in Bewegung”, so Sporschill bei der Preisverleihung.

Ziel sei es, dass die Kinder mithilfe des Vereins wieder “aufleben”, so der Jesuit. “Die Kinder kommen verschmutzt und hungrig zu uns, sie leben in undichten Wellblechhütten ohne fließendes Wasser und Strom. Bei uns bekommen sie Mahlzeiten, aber auch vielfältige Betreuung, die über die Ernährung hinausgeht.”

Sporschill und seine Mitstreiter wollen die Familien ganzheitlich betreuen. Kinder werden z.B. bei Schulaufgaben unterstützt und können in der nahen Musikschule ein Instrument lernen. Auch die Eltern können die Angebote von “Elijah” wahrnehmen: So gibt es Lehrprojekte wie eine Werkstatt, einen Garten oder eine Bäckerei, wo den Erwachsenen Fertigkeiten für den Alltag vermittelt werden.

“Wir können immer helfen”
Der Abend im Radio-Kulturhaus sah auch ein Gespräch Georg Sporschills mit Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und dem Wiener Sozialhistoriker Hubert Christian Ehalt als Vertreter des Viktor-Frankl-Fonds vor. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Roma-Ensemble “Satra Elijah”. “Wir Menschen können alleine zwar nicht die Welt retten, aber wir können immer helfen” – diese Einstellung verkörpere Sporschill in besonderer Weise, würdigte Eisenberg den Jesuiten. “Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt”, verwies er auf einen bekannten Talmud-Spruch. Wer einem anderen hilft, helfe im Endeffekt sich selber, zeigte sich der Rabbiner überzeugt. Dazu müsse man aber zur Tat schreiten und dürfe “nicht immer nur reden”.

Sporschill gründete bereits in seiner Zeit in Wien verschiedene Sozialeinrichtungen wie das Jugendhaus der Caritas in der Blindengasse, Obdachlosenhäuser, den “Canisibus”, der seit 25 Jahren Obdachlose versorgt, und das Lokal “Inigo”, in dem Langzeitarbeitslose beruflich wieder Fuß fassen.

Der Viktor-Frankl-Preis wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Viktor-Frankl-Fonds der Stadt Wien und dem Viktor-Frankl-Institut 1999 gegründet. Seit dem Jahr 2000 vergibt der Fonds Preise und Stipendien zur Auszeichnung hervorragender Leistungen und zur Förderung von Forschungsprojekten. Bisherige Preisträger sind u.a. Kardinal Franz König (2002), Amazonas-Bischof Erwin Kräutler (2004), Hugo Portisch (2015), Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga (2007), Weihbischof Helmut Krätzl (2012) und Cecily Corti (2006).

Wien, am 29.11.2016
https://www.erzdioezese-wien.at/site/home/nachrichten/article/53852.html