Meine Freunde am Ende der Welt

Katharina Spartalis

Der deutsche Jesuit Moritz Kuhlmann berichtet in der deutschen Wochenzeitung “Die Zeit” von seiner Mitarbeit bei ELIJAH in Siebenbürgen.

“Musik ist überall. Das war der erste Satz, den ich nach meiner Ankunft auschrieb. Da hatte sich mir das geheime Herz des Ortes und der Gemeinschaft schon offenbart. Holzmengen hießt das Dorf, rumänisch Hosman und liegt in Siebenbürgen. Seltsam wie sich der innerste Kern einer einer Sache unserer Wahrnehmung aufdrängt, bevor er verstanden wird. Wie er auf alles ausstrahlt. Musik war der Kern meines Lebens mit den Roma in Transilvanien.

Im Frühjahr 2016 war ich von meinen Ordensoberen zunächst in den Kosovo gesandt worden. Wir Jesuiten sollten dorthin gehen, wo die Not am größten ist. Schnell merke ich, wo das ist: bei den Roma. Aber wie lebt man mit ihnen? Um das zu lernen reise ich aus dem Kosovo nach Rumänien. Denn dort leiten mit Mitbruder Georg Sporschill und Ruth Zenkert seit vielen Jahren den Verein ELIJAH, der den Kindern und Familien der Roma hilft. Drei Tage will ich bei ihnen bleiben, am Ende werde es fast drei Monate. In Holzmengen und in den umliegenden siebenbürgischen Dörfern finde ich, was ich suche. Nicht nur “Hilfe” für die Roma, sondern ein “Zusammenleben” mit ihnen. Wer sonst tut das in Europa? Niemand. …”

“Glauben und Zweifeln” vom 17. August 2017