Sonntag des Friedens

Am Morgen wache ich mit leichten Kopfschmerzen auf und sage mir, dass sie vergehen werden, sobald ich ein wenig esse und meinen Tee trinke. Doch vergebens! Es scheint, dass diese Kopfschmerzen starrköpfiger sind als ich. Sie kommen überall mit. Heute gehen wir mit der Gemeinde auf einem Flohmarkt, danach auf einen kleinen Spaziergang. Später ist für uns ein Besuch beim Vater Călin, dem orthodoxen Pfarrer, im Plan. Er ist im Krankenhaus. Wer hätte gedacht, dass in einem rumänischen Krankenzimmer mit einem starken Geruch nach Medikamenten so viel brüderliche Liebe Platz haben könnte? Ich sehe P. Georg an, als er Vater Călin zum Lachen bringt und mein ganzes Wesen lächelt mit. Alle anderen schweigen, als ob sie an einem heiligen Moment teilnehmen würden. Wir verlassen Vater Călin im süßen Geschmack eines Vaterunsers und gehen nach Hause.

„Ich habe heute Abend keine Lust!”, „Ich bete wirklich nicht!” schallt es von Andreea und Ionuț, unseren Kindern. Trotzdem gehen wir alle in die Kapelle und beginnen zu singen. Andreea und Ionuț stehen beiseite, aber langsam nähert sich Ionuț Ovidiu, packt ihn am Arm und beginnt zu singen. Andreea kommt neben Louise. Der Ausruf von Ionuț: "Wow, wie wunderschön dieses Lied ist!” lockert jede Stirn auf und wir alle singen „Ooo Surrexit Christus, Alleluja!” Es ist wirklich wunderschön! Jetzt ist ein Moment der Stille. Es ist ein so wahrer, aufrichtiger und reiner Moment, dass ich mich frage, ob das nicht das wahre Gebet ist, einfach bei Gott zu sein.

Wir gehen nach Hause und bereiten gemeinsam, wie eine Familie, das Abendessen vor. Ionuț macht allein (mit sehr wenig Hilfe von Zeit zu Zeit) gebackene Panini mit Tomaten, Paprika und Käse. Er ist so stolz darauf! Und wir sind ebenfalls stolz auf ihn, wenn wir sie kosten! Wir essen reichlich mit Salat und Omelett und genießen die Anwesenheit von jedem. Wo, in diesem ganzen Heute, sind meine Kopfschmerzen geblieben?

Das gegenseitige Necken unter den Kindern beginnt wieder. So ist es in der Familie. Morgen fangen wir an von vorn.

  

Benedicta Toma, 23 Jahre, Volontärin bei Elijah