Erstes ELIJAH-Haus in Hosman


Im März 2012 hat der Verein „Elijah. Sozialinitiative Ruth Zenkert“ Casa Petru von der sächsischen Familie Wollmann gekauft. Diese hatte hier eine Gerberei betrieben und die alte Werkstatt sorgfältig gepflegt, bis die Familie nach Deutschland gezogen ist. Schweren Herzens haben sie ihr Familienhaus in Hosman verkauft, sie wissen aber, dass sie bei uns immer willkommen sind. Haus und Werkstätten wurden renoviert und dienen nun als erstes ELIJAH-Sozialzentrum. Die ehemalige Scheune ist unsere Kapelle. Casa Petru steht allen, ganz besonders aber den Kindern offen. Wir essen gemeinsam, machen Schulaufgaben und basteln. In Trommelgruppen lernen die Kinder einen Rhythmus zu finden und sich auszudrücken. Bald werden Lachen und fröhliche Töne das Dorf zum Schwingen bringen.

Ein Brunnen für Ţichindeal


Nicu, ein Familienvater aus der Siedlung 77 im abgelegenen Dorf hat vorgeschlagen, einen Brunnen auf der anderen Seite des Baches zu graben. Mit bloßen Händen und einer Schaufel schafft er es in zwei Tagen. Acht Meter tief, bis das Wasser kommt. Den Lehm ziehen Männer mit einem Kübel herauf. Nicu hat ein Gestell mit Flaschenzug gebastelt, dazu verwendete er die Bretter seines eigenen Bettes. In den folgenden Tagen errichten die Leute neben dem Brunnen ein Haus. Wir stellten ihnen nur die Bretter und Werkzeug zur Verfügung. Der Bürgermeister ließ mit Eichen aus dem Gemeindewald eine Brücke über den Bach bauen. Innerhalb einer Woche hat sich die Roma-Siedlung in ein Camp von Bauleuten verwandelt. Am 2. März findet die Einweihung des Waschhauses mit einem Ofen statt. Jetzt waschen die Mütter ihre Kinder und Wäsche, immer mehr dunkle Gesichter beginnen zu strahlen.

Sozialzentrum Habakuk in Ţichindeal


Unser neues Haus ist nach dem Propheten Habakuk aus der Bibel benannt. Klagen und Wehrufe schickt er zu Gott, um am Ende über seinen Retter zu jubeln: „Gott, der Herr, ist meine Kraft.“ Viele Kinder kommen ins Sozialzentrum, um Kräfte zu sammeln. Nach der Schule bekommen sie eine warme Mahlzeit. Dann machen sie an einem langen Tisch Hausaufgaben, denn zu Hause gibt es kein Licht und keinen Tisch. Gemeinsam spielen sie auf dem Spielplatz „Parcul Livia“, der die Attraktion in Ziegental ist.

ELIJAH-Bäckerei


Seit 2013 ist die ELIJAH-Bäckerei in Betrieb. Hier lernen sechs junge Roma-Frauen das Backen. Zugleich versorgen sie unsere Sozialzentren in drei Dörfern mit dem täglichen Brot. Viele Familien können sich nun außer dem Maisbrei „Mamaliga“ auch Brot leisten, durch Mitarbeit in unserem Projekt. Die Bäckerei versorgt alle Sozialzentren und die Gemeinschaft. Ana, eine Frau von Tichindeal, leitet die Bäckerei. Sie bäckt gemeinsam mit einer Helferin täglich. Einmal im Jahr besucht uns ein Bäcker aus Österreich, zeigt in Kursen neue Arbeitsweisen und bringt neue Rezepte. So wurden nach und nach Kornspitz, Quiche, Striezel, Linzer Torte und auch Apfelstrudel ins Repertoire aufgenommen. Und natürlich Pizza, das beliebteste Gericht der Roma-Kinder in den Sozialzentren.

Musikschule Casa Sonja in Hosman


Die Mitte von ELIJAH ist die Musikschule. Sie ist eine Quelle der Freude, die wir Sonja und der Stifterfamilie zu verdanken haben. Alle, die lernen wollen, werden aufgenommen. Hunderte Kinder kommen regelmäßig zum Unterricht. Instrumente, Chor und Tanz zaubern Würde und Stolz in die Gesichter unserer Kinder. Aus einer missachteten Minderheit wachsen Begabungen und Selbstbewusstsein. Alljährlicher Höhepunkt ist der Musikworkshop mit der „Sibiblue Friendship Band“ aus Wien und das Sommerfest „Rabentanz“, das wir mit der Bevölkerung aus unseren fünf Dörfern feiern.