Die Drei führt zum Durchbruch

Ruth Zenkert

In der Zahl Drei liegt eine geheimnisvolle Kraft. Eine didaktische Anregung.

Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Joh 21,14

Es war Sommer, drückend heiß. Zusammen mit einer Bekannten fuhr ich in ein Dorf, wo es angeblich ein Haus zu verkaufen gab. Schon länger hatten wir eines gesucht, aber keines gefunden. Hier sollte es einige geben, da etliche Siebenbürger Sachsen nach Deutschland ausgewandert waren. Ich sprach den Erstbesten an. Er führte mich zu Gelu, der verwahrte den Schlüssel zu einem Haus, das zu haben war. Er öffnete das verrostete Tor. Alles war überwuchert und von der Hitze ausgetrocknet. Ein paar wilde Hunde sprangen über den maroden Zaun hinaus. Ich ging durch das Gestrüpp in den Garten, ein blaues Autowrack störte den idyllischen Blick auf die Karpaten. Wir schauten ins Haus, es gefiel mir. Dann in den Stall, im Stroh lag eine tote Katze. Viel musste man hier renovieren. Bei der Rückfahrt überlegte ich allerdings, dass das Dorf doch zu entlegen sei.

Monate später, es war inzwischen Winter geworden, waren wir immer noch auf der Suche. An einem Morgen erinnerten wir uns an dieses Haus. Thomas, ein Freund, war gerade zu Besuch und meinte: Fahren wir hin, ich will es sehen. Etwas widerwillig ging ich mit. Es schneite wilde Flocken, auf der vereisten Landstraße kamen wir nur langsam voran. Wir klopften bei Gelu, der sich in seiner Stube mit einem Schnäpschen aufwärmte. Er holte den großen alten Schlüssel und wir stapften durch den Schnee zum Haus. Drinnen war es eiskalt, aber die Aussicht, dieses Mal auf schneebedeckte Gipfel, war wieder herrlich. Und das blaue Wrack sah man zum Glück nicht. Schön sei das Haus, meinte Thomas. Wir fanden keine Motive, die dagegen sprachen, es zu nehmen, aber die Idee schlief wieder ein. Neuerlich vergingen Wochen, in denen wir nicht fündig wurden. Da fiel uns das entlegene Dorf ein. Wir fuhren hin, ein drittes Mal. Bei der Fahrt herrschte gute Stimmung. Wir träumten von unserem Projekt, Roma-Familien zu unterstützen, eine Musikschule zu gründen, Kindern eine Zukunft zu geben. Im Haus bekamen die Träume ein Gesicht. Wir planten, wie wir die Räume nutzen könnten. Gelu gab uns die Telefonnummer der Besitzerin, wir vereinbarten mit ihr den Preis und einen Termin beim Notar. Heute ist das “Haus Elijah” in Hosman Herberge und Zentrum für unsere bunte Kinderschar und Mitarbeitergemeinschaft. Der gute Geist in den alten Mauern ist jung und dynamisch. Zwei lustige Katzen springen im Haus herum, und ein schöner Hund bewacht den Hof.

Es gibt die biblische Drei. Gott ist bei Abraham zu Gast, in der Gestalt von drei Männern. Dreimal im Jahr sollen die Israeliten vor dem Angesicht des Herrn erscheinen, an den drei Hochfesten im Tempel. Dreimal verleugnet Petrus Jesus, bis ihm die Augen aufgehen. Gleichsam als Gegenbewegung zur Verleugnung fragt Jesus Petrus dreimal: Liebst du mich? Und beim dritten Mal ist es, dass Jesus sich den Jüngern nach der Auferstehung offenbart.

Drei Anläufe mussten wir unternehmen, bis wir das neue Zuhause hatten. In der Zahl Drei liegt eine geheimnisvolle Kraft.